Wie alt ist die Rebsorte Glera, aus der Prosecco gemacht wird?

Die kurze Antwort

Ein genaues Datum gibt es nicht. Der Wein „Prosecho“ war 1593 bekannt, die Traube ist 1772 belegt, und seit 2009 heißt sie offiziell Glera.

Beantwortet von Michael Goldstein · Gründer, Bella Principessa
Aktualisiert am

Die ganze Antwort

Ein genaues Datum kann niemand nennen. Die Traube hinter dem Prosecco wird im Nordosten Italiens seit Jahrhunderten angebaut: Der Wein „Prosecho“ war schon 1593 bekannt, Autoren verbanden ihn mit dem römischen Wein Pucinum, und unter dem Namen Prosecco ist die Traube 1772 belegt. Seit 2009 heißt sie offiziell Glera.

Wo genau sie herkommt, ist umstritten: Manche verorten sie im Karst um Triest und an der slowenischen Grenze, andere in Istrien oder in Venetien.

Jede alte Rebsorte hat ihre Herkunftslegende. Die ehrliche Fassung ist die bessere, denn bei ihr sieht man, was belegt ist und was Überlieferung.

Die Zeitleiste, von der Legende bis zum Etikett

  • 1. Jahrhundert: Pucinum. Plinius der Ältere lobte Pucinum, einen Wein von der Küste nahe dem heutigen Triest, und schrieb, Kaiserin Livia habe ihm ihr langes Leben zugeschrieben (sie wurde 86). Eine Anekdote, kein Gesundheitsversprechen. Aus welcher Traube er gemacht wurde, weiß niemand. Die Verbindung zur Glera ist Überlieferung, keine bewiesene Tatsache.
  • 1593: „Prosecho“. Der englische Reisende Fynes Moryson notierte auf seiner Reise durch Norditalien, der Wein Pucinum heiße inzwischen „Prosecho“ (im Original: „now called Prosecho“). Das ist eine der ersten bekannten Erwähnungen des Namens, und sie verbindet ihn mit dem Dorf Prosecco bei Triest.
  • 1754: das erste Gedicht. Aureliano Acanti erwähnt Prosecco in seinem Gedicht „Il Roccolo Ditirambo“.
  • 1772: die Traube ist belegt. Laut der Geschichte des örtlichen Konsortiums schreibt Francesco Maria Malvolti im Giornale d’Italia über die Traube unter dem Namen Prosecco. Das ist der erste sichere Beleg für die Traube in der Gegend: ein Beweis, dass sie da war, nicht das Jahr, in dem sie ankam.
  • Spätes 19. Jahrhundert: die Perlen. Winzer in den Hügeln von Treviso lernen, den Wein in Drucktanks zuverlässig zum Perlen zu bringen. Was ist die Martinotti-Methode?
  • 2009: ein neuer Name. Mit der Schaffung von Prosecco DOC wird die Traube offiziell in Glera umbenannt.

Warum die Traube ihren Namen geändert hat

Jahrhundertelang war Prosecco der Name eines Dorfes, einer Traube und eines Weins. Das war ein Problem: Wenn Prosecco eine Traube ist, kann jeder sie überall pflanzen und „Prosecco“ aufs Etikett schreiben. 2009 machte Italien Prosecco zu einem geschützten Ortsnamen und benannte die Traube in Glera um, einen alten örtlichen Namen aus dem Friaul. Seitdem darf nur Wein aus dem festgelegten Gebiet im Nordosten Italiens Prosecco heißen. Manche Weinautoren nennen die Traube aus Gewohnheit noch Prosecco.

Ist Prosecco ein Ort oder eine Traube?

Wie die Traube ist

Glera ist eine weiße Traube mit dünner, goldener Schale und großen, lockeren Trauben. Sie ist von Natur aus frisch und aromatisch, und deshalb schmeckt Prosecco nach grünem Apfel, Birne, weißem Pfirsich und weißen Blüten statt nach Brioche. Gelesen wird im September, getrunken jung. Es gibt auch eine Verwandte mit langen Trauben, Glera Lunga, eine der Sorten, die im Prosecco DOC in kleinen Mengen erlaubt sind.

Was ist das Besondere an den Prosecco-Trauben?

Ist Glera die einzige Traube im Prosecco?

Fast. Weißer Prosecco DOC muss zu mindestens 85 % aus Glera bestehen. Prosecco DOC Rosé besteht zu 85 bis 90 % aus Glera und zu 10 bis 15 % aus Pinot Noir, in Deutschland als Spätburgunder bekannt.

Welche Rebsorten werden für Prosecco verwendet?

Alte Traube, junger Wein

Die Traube ist Jahrhunderte alt, aber der Schaumwein, den die meisten mit Prosecco meinen, ist modern: Perlen aus dem Tank seit dem späten 19. Jahrhundert, ein geschützter Name seit 2009 und ein Rosé seit 2020. Eine uralte Sorte, die am besten schmeckt, wenn der Wein so jung wie möglich ist.

Wie ist die Geschichte des Proseccos?

Genau darum geht es beim Bella Principessa Prosecco DOC: 100 % Glera aus dem Gebiet des Prosecco DOC, gemacht von einem Familienweingut in vierter Generation in Venetien, für die Art, wie man Prosecco heute trinkt.

Bella Principessa Prosecco DOC kennenlernen

Quellen: [1] Plinius der Ältere, Naturalis historia, Buch 14; [2] Fynes Moryson, An Itinerary (1617), über seine Reise von 1593; [3] Geschichte des Konsortiums Conegliano Valdobbiadene (Beleg von 1772); [4] Consorzio Prosecco DOC (Englisch).

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Wie wird Prosecco hergestellt?

Aus Trauben wird ein Grundwein. Für Prosecco DOC Spumante folgt eine zweite Gärung im Drucktank, die die Perlage erzeugt: die Martinotti- oder Charmat-Methode.

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Aus welchen Trauben wird Prosecco gemacht?

Aus Glera. Weißer Prosecco DOC hat mindestens 85 % Glera; Prosecco DOC Rosé 85 bis 90 % Glera und 10 bis 15 % Pinot Nero, rot gekeltert.

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Bella Principessa Prosecco D.O.C. auf einer blauen Schmetterlingskarte Bella Principessa Prosecco D.O.C. Rosé auf einer rosa Schmetterlingskarte