Was sind Sulfite im Wein?
Die kurze Antwort
Schwefelverbindungen, die Wein vor Oxidation und Verderb schützen. Sie entstehen auch bei der Gärung, darum heißt „ohne Schwefelzusatz“ nicht sulfitfrei.
Beantwortet von Michael Goldstein · Gründer, Bella Principessa
Aktualisiert am
Die ganze Antwort
Sulfite sind Schwefelverbindungen, die mit der Haltbarmachung von Wein verbunden sind. Schwefeldioxid schützt den Wein vor Oxidation und unerwünschten Mikroorganismen. Sulfite entstehen auch von selbst bei der Gärung, daher bedeutet „ohne zugesetzte Sulfite“ nicht sulfitfrei. Prüfen Sie die einzelne Flasche, statt von Farbe oder Marke auf einen Gehalt zu schließen.
„Enthält Sulfite“ auf dem Etikett wirft eine berechtigte Frage auf: Warum sind sie da? Der Hinweis sagt etwas über den Wein, aber nichts darüber, wie Sie persönlich darauf reagieren.
Beginnen Sie damit, was Sulfite bei der Weinbereitung tun, und halten Sie Produktaussagen und persönliche Gesundheitsfragen auseinander.
Wozu werden Sulfite verwendet?
Schwefeldioxid schützt den Wein, indem es Oxidation und mikrobiellen Verderb begrenzt. Diese Aufgaben betreffen den Zustand des Weins; ein gesundheitlicher Nutzen für die Person, die ihn trinkt, sind sie nicht. Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) beschreibt diese Rollen in ihren Unterlagen zur Weinbereitung.[3]
Was bedeutet „ohne zugesetzte Sulfite“?
Es geht um Zusätze, nicht unbedingt um die gesamten Sulfite im Wein. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit weist darauf hin, dass Hefen bei der Gärung selbst Schwefeldioxid bilden und es keinen schwefelfreien Wein gibt.[1] Auch die Checkliste der US-Behörde TTB unterscheidet „no sulfites added“ ausdrücklich von natürlich vorkommenden Sulfiten.[2]
Die Aussage, ein Wein enthalte keine Sulfite, ist also etwas anderes als die Aussage, es seien keine zugesetzt worden. Ersetzen Sie das eine nicht durch das andere, wenn Sie ein Produkt beschreiben.
Was sagt „Enthält Sulfite“ aus?
In Deutschland und der EU müssen Weine mit mehr als 10 mg Schwefeldioxid pro Liter den Hinweis „Enthält Sulfite“ oder „Enthält Schwefeldioxid“ tragen.[1] In den USA gilt laut TTB eine ähnliche Pflicht ab 10 ppm (Teilen pro Million) Gesamtschwefeldioxid.[2] Der Hinweis nennt keine gemessene Menge für die Flasche und vergleicht sie nicht mit einer anderen Marke.
Das ist eine Einordnung, kein vollständiger Leitfaden zur Kennzeichnung für jeden Markt. Andere Fragen zum Etikett brauchen die jeweils geltenden aktuellen Regeln.
Was sollten Sie bei einem bestimmten Wein prüfen?
Das aktuelle Etikett und die Angaben des Erzeugers. Die DOC-Bezeichnung des Bella Principessa nennt keinen bestimmten Sulfitgehalt und belegt keine Aussagen wie „wenig Sulfite“, „ohne Kopfschmerzen“ oder einen gesundheitlichen Nutzen.
Wenn Sie eine bekannte Unverträglichkeit oder gesundheitliche Bedenken haben, sprechen Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt und nutzen Sie geprüfte Produktangaben. Allgemeine Texte über Wein können Ihre persönliche Reaktion nicht beurteilen.
Zu den übrigen Angaben auf dem Etikett lesen Sie
Was bedeuten die Angaben auf dem Prosecco-Etikett?
Eine andere Ernährungsfrage beantwortet Ist Prosecco vegan oder glutenfrei? Der Sulfithinweis sagt über beides nichts.
Quellen
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Sulfit im Wein
- TTB: Checkliste zur Weinkennzeichnung, Abschnitt Sulfite (Englisch, PDF)
- OIV: Schwefeldioxid bei der Weinbereitung (Englisch)
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